Lebenszeit-Uhr.

82 Jahre! Das ist die höchste durchschnittliche Lebenserwartung eines Neugeborenen auf unserer Erde. Um 10 Jahre weniger in der Russischen Föderation und in Teilen Afrikas gar weniger als 35 Jahre.

Die persönliche Bilanz sieht allerdings so aus: Die Lebenserwartung steigt mit jedem "überlebten" Lebensabschnitt an (Säuglingsalter, Kleinkind, Jugendlicher usw.) und so können Menschen unter guten Rahmenbedingungen 100 Jahre und älter werden. Die Schlüsselfaktoren um in den Industrieländern heutzutage alt zu werden sind dabei: Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und mangelnde regelmäßige Bewegung.

Soweit so gut – was heißt das nun aber für jeden Einzelnen – 80 bis 100 Jahre alt zu werden?

Um diese Frage für mich zu beantworten, habe ich dazu die sogenannte "Lebenszeit-Uhr" aufgezeichnet, was dann wie folgt aussieht:

Lebenszeit-Uhr

Abschnitt Geburt bis ca. 15 Jahre

Dieser Bereich unseres Lebens ist stark geprägt von der Entwicklung: Körperlich, geistig wie auch emotional. Unser Umfeld und die Erfahrungen, welche wir damit machen, spielt dabei eine wesentliche Rolle. Verhaltensweisen werden angenommen und ausgebildet. Glaubenssätze fixiert und je nach Intensität der jeweiligen Erfahrung Traumata ausgebildet.

In diesen Jahren (und es gibt Stimmen die sagen, bereits vor unserer Geburt) sammelt sich so einiges an, was dann in den folgenden Jahrzehnten unseren Weg großteils bestimmen wird. – Ich finde in diesem Zusammenhang besonders den Ansatz von Taibi Kahlers "Process Communication" (PCM) interessant, in welchem er (auf Basis der Transaktionsanalyse) die Zusammensetzung von Persönlichkeitsanteilen in uns wie auch deren Auswirkung auf unser Leben hervorragend beschreibt. Mehr dazu aber ein anderes Mal.

Abschnitt 15 bis ca. 30 Jahre

In diesen Jahren sind wir im Regelfall sukzessive immer mehr auf uns selbst gestellt. Wir treffen viele Entscheidungen (z.B. bzgl. unserer Ausbildung, berufliche Richtung usw.), machen erste Erfahrungen mit dem Thema Partnerschaft. Verdienen uns unsere Sporen und vor allem: Fallen auch immer wieder einmal auf die Nase. :-) Wie wir mit diesen "Knock-backs" umgehen, hängt viel mit unserer Persönlichkeitsarchitektur zusammen.

Viele Menschen berichten, dass sie das Alter zwischen 20 und 30 als, sagen wir einmal "sehr abwechslungsreich" erleben ("Sturm und Drang-Zeit"). Natürlich bestätigen auch hier die die Ausnahmen die Regel. Es gibt Beispiele dafür, dass Personen ihren Lebensweg bereits sehr früh präzise ausrichten und konsequent verfolgen. Aber wie gesagt ist das eher die Ausnahme. Für mich wird dies immer besonders offensichtlich, wenn ich Lebensläufe verschiedener Menschen lese. Das hört sich dann je nach Ziel und Zweck so oder ganz anders an (macht ja schließlich ein Unterschied, ob ich mich für eine Führungsposition in einem großen Unternehmen bewerbe, oder mit einer Geschäftsidee selbständig machen will und Investoren suche) – eben weil wir viele unterschiedliche Erlebnisse haben, und auf diese zu einem späteren Zeitpunkt dann wieder zurückgreifen oder auch nicht. – Wir halten uns Vieles einfach offen.

Was diesem Abschnitt dann folgt, ist so etwas wie die "Kern-Zeit" unseres Lebens. Ab ca. 30 (+/-) sollte es keine "Ausreden" mehr geben, die Verantwortung für sein Leben zu übernehmen und das zu verwirklichen, was wir uns zum Ziel machen / gemacht haben.

In meinem nächsten Artikel werde ich genau zu diesem Lebensabschnitt ein paar sehr interessante und anregende Überlegungen anstellen. Ihr könnt gespannt sein! :-)

Harald Karrer
      1 Kommentar      
23.04.2010

One comment on “Lebenszeit-Uhr.

  1. Harald Karrer on said:

    http://www.denkfusion.at/2010/04/lebenszeit-uhr-teil-2/

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