Wahrnehmung.

“Wie fühlt sich ein Apfel an?” – Interessant komische Frage würde ich im ersten Moment sagen. Rau oder glatt, wäre wahrscheinlich meine zweite Antwort. Oder besser noch die Frage: “Was meinst du mit FÜHLEN?”. Gute Frage – ich meine Gefühle – Emotionen.

Bemerkenswert, dass ich bei der Frage nach dem “Anfühlen” sofort an meinen Tastsinn gedacht habe! Ich denke, wie mir würde es vielen Menschen ergehen – es kommt sofort die Assoziation zur sinnlichen Wahrnehmung. Bleiben wir kurz dabei. Was können wir an einem Apfel alles wahr-nehmen?

Apfel

Nun ja, da wäre einmal das Offensichtliche – nämlich das, was ich SEHEN kann: rot, grün, gelblich, faul usw. kann er aussehen – der Apfel. Wenn ich ihn dann in die Hand nehme ERTASTE ich seine raue oder glatte Schale, führe ihn zur Nase und RIECHE daran. Sofern er nicht aus einem Glashaus in Spanien stammt wird er wahrscheinlich gut oder schlecht riechen. Besten Falls lasse ich mich zu einem “So soll ein Apfel riechen!”-Ausruf hinreißen. ;-) Nun ja – weiter geht es im Sinn-Erlebnis. Ich beiße in den Apfel, weil er so gut und frisch aussieht – und was HÖRE ich da: Ja – dieses wohlbekannte Knacken, bei dem sich manchen Menschen die Gänsehaut bildet! Mmmmmh – SCHMECKT der lecker!

So, das war es. Habe den Apfel mit allen meinen 5 Sinnen wahrgenommen. Sonst noch etwas? Ich denke nach und erinnere mich an alle Fakten die ich im Laufe meines Erlebnisses gesammelt habe: rot, gut, glatt, knackig, frisch, schmackhaft, saftig (na – läuft euch schon das Wasser im Mund zusammen? ;-).

Ich habe aber das Gefühl, dass Irgendetwas fehlt! Da war doch mehr – es fühlt sich so eindimensional an, mein Erlebnis mit dem Apfel auf diese Art und Weise zu beschreiben. Ich denke nochmals zurück an das Thema Emotionen.

HEUREKA! Das ist es. Die zweite Seite der Medaille! Lasst es mich so beschreiben: Auf der einen Seite finden wir die Daten, Fakten – eben das Denken. Auf der zweiten Seite aber die Gefühle, die Emotionen welche unweigerlich mit den Fakten verbunden sind. Ein paar Beispiele gefällig? Beim knackigen Geräusch kam bei mir regelrecht Freude auf & beim Rot zuvor die Vor-Freude. Es fühlte sich gut an, einen gesunden Apfel zu essen und gleichzeit hatte ich alle die positiven Erlebnisse unbewusst abgerufen, bei denen ich Äpfel direkt aus dem Garten meiner Großeltern pflücken konnte – inkl. Sonnenstrahlen auf der Haut! – Wäre freilich ein Wurm im Gehäuse des Apfels aufgetaucht, könnte auch ein Gefühl des Ekels rasch allem Anderen Platz gemacht haben – Gott sei Dank war es nicht so (spanische Äpfel haben auch ihre Vorteile *g*).

Also – von wegen Fakten von den Emotionen trennen. So ein Quatsch! Für mich ist “bewiesen”: das geht für uns Menschen schlichtweg nicht.

An dieser Stelle gebe es wahrlich noch einiges zu sagen, aber mir war es heute einfach ein Anliegen aufzuzeigen, wie einfach es sein kann im Selbstversuch Schlüsse auf das eigene Denken UND Fühlen zu ziehen. – Gerade wenn wir Probleme wälzen denken wir nach und nach und nach und kommen einfach nicht zur Lösung. Und gerade da wäre es sehr hilfreich einen Blick auf die zweite Seite der Medaille zu werfen! ;-)

Harald Karrer
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23.06.2010

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