Was ist Coaching?

Keine Angst – jetzt kommt keine Lehrbuch-Erklärung! Ich will heute einfach kurz skizzieren, wie sich mir dieses Thema bei meiner Ausbildung erschlossen hat.
Wir alle kennen das: Da gibt es ein Thema oder eine Frage das/die uns schon längere Zeit beschäftigt und die Lösung dazu will und will nicht einfallen. Beim einen Thema scheint die Lösung zum Greifen nahe – sträubt sich aber uns in den Sinn zu kommen bei einer anderen Frage wiederum scheint die Lösung gar nicht vorhanden zu sein & die Situation ausweglos.

Was auch immer die Situationen sein mögen, gemeinsam haben sie, dass wir “feststecken”, unsere Gedanken sich im “Kreis” bewegen und mehr Nachdenken letztlich oft nur zu mehr Verwirrung führt! – Mir kommen solche Situationen sehr bekannt vor und umso erstaunter war ich damals, als ich in meiner Coachingausbildung erfuhr davon ausgehen zu können, dass die Lösung zu jedem Problem bereits im Kopf vorhanden ist! Die Frage lautet nur: How to get there?

Ich für meinen Teil habe mir das damals so visualisiert:

Wege zum ZIel

Der große Steinhaufen in der Mitte versperrt mir den Weg um ans Ziel (zur Lösung) zu kommen. Der Coach ist mir dabei behilflich diese Steine aus dem Weg zu räumen, meine Gedanken(wege) neu zu ordnen, aus Sackgassen zu führen und ans Ziel zu kommen. Nur – was sind die Steine auf diesem Weg?

Wenn ich sie benenne, wird euch mancher Stein sofort bekannt vorkommen: da wäre z.B. der “habe nicht genug Zeit dafür”-Stein oder der “dazu fehlt mir einfach die Energie”-Stein, ganz zu schweigen von den Anderen, die uns vermeintlich Steine in den Weg legen (denken wir uns zumindest ;-) wie z.B. der “was denkt wohl mein Partner darüber, wenn ich das mache”-Stein usw.:

Steine im Weg

Wie gesagt, ist die Lösung zum Greifen nah – und dabei kommt der Coach ins Spiel. Durch (Hinter)-Fragen, Fragen und nochmals Fragen wird die Situation allmählich übersichtlicher und der Steinhaufen oft kleiner, neue Wege tun sich auf und plötzlich haben wir so etwas wie eine “Ahnung” von der Lösung. Der Coach schafft dabei nur den notwendigen Raum mit seinen Fragen, seiner Präsenz oder aber auch damit, im richtigen Moment keine Fragen zu stellen – Stille auszuhalten, wenn das Hirn des Klienten noch “arbeitet”.Hinter-Fragen

Bemerkenswert finde ich dabei immer, wenn der Klient sich anschließend für die Hilfe des Coaches bedankt – wobei der ja eigentlich nichts getan hat außer Fragen zu stellen und das eine oder andere Hilfstool zum Ordnen der eigenen Gedanken eingesetzt hat.

Die Lösungen die dabei entstehen sind aber meist phänomenal und stammen zu 100% vom Betroffenen. Das ist auch Grundvoraussetzung dafür, dass diese dann umgesetzt werden. Nichts fällt uns so schwer, wie die Ratschläge von Anderen umzusetzen, die so gar nicht unsere eigenen werden wollen. Da kann der Klient noch so enthusiastisch und begeisterst sein – wenn es nicht seine Lösung ist, wird sie in 99 von 100 Fällen nicht umgesetzt.

Schreibt mir doch eure Erfahrungen mit Coaching. Wie war das “erste Mal” für euch? Freue mich über Kommentare. :-)

Harald Karrer
      3 Kommentare      
16.06.2010

3 comments on “Was ist Coaching?

  1. Tom on said:

    Ein wirklich sehr interessanter Artikel, aber…
    Ist es wirklich so, dass ein Coach durch Nachfragen die bereits vorhandene Lösung aus dem Clienten „extrahiert“?

    Ist es nicht vielmehr so, dass die vorhandene Lösung mit Hilfe der beschriebenen Hilfstools herausgelockt und an die Oberfläche gebracht wird? Das würde dann dem Wegräumen des beschriebenen Steinehaufens und dem geistigen Äquivalent einer Schaufel (oder Dynamits) entsprechen.

    Wenn aber Fragen gestellt werden, dient das doch eher dazu NEUE Wege zu finden und zu beschreiten, also eigentlich nicht den Steinhaufen wegzuräumen, sondern einen Weg rundherum zu finden, oder nicht?

    Das heisst natürlich nicht, dass der neue Weg nicht der des Clienten ist, aber er ist trotzdem neu, denke ich.

  2. Harald Karrer on said:

    Für mich gestaltet es sich so: Der Coach tut eigentlich „gar nichts“ – und die einzelnen Steine werden dadurch aus dem Weg geräumt, dass sie nicht mehr als Hindernisse gesehen werden. Sozusagen Ihre Größe und Festigkeit verlieren. Kurz gesagt: Im „Gebirge“ Kopf bestimmen wir selbst, was sich manifestiert und deswegen können wir es auch wieder auflösen. Meine Erfahrung zeigt mir, dass sich auch auf neuen Wegen wieder Steine finden lassen. ;-)
    Ich finde es von dir eine sehr schöne Allegorie, die Tools als Lockmittel zu bezeichnen! Da denke ich bei der Lösung sofort an ein scheues Tier… :-)

  3. Pingback: denkFusion » Coaching II.

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