Monkeymanagement.

Es ist nun bereits ein paar Wochen her, dass ich meinen letzten Artikel gebloggt habe und wie es aussieht, werde ich diesen Rhythmus auch noch bis Ende August beibehalten  – danke, dass Ihr mir trotzdem treu seit. :-) Der Grund ist schnell gefunden: Ich bin gerade dabei mein Buch zum Thema “Personalsuche in kleinen Unternehmen” fertigzuschreiben und den dazu passenden Dokumentarfilm zu drehen (Mitte August). Das Ganze soll mit 1. September druck-/kopierfertig sein. D.h., es gibt einfach sehr, sehr viel zu tun: Kameramann, Cutter, Schauspieler usw. organisieren, rechtliche Dinge abklären und schreiben, schreiben und nochmals schreiben.

Das Gute daran – ich erinnerte mich an eine ähnliche Zeit vor ca. 2 Jahren: Als Führungskraft (und auch schon, als ich diese Aufgabe noch nicht zusätzlich erfüllen musste) kam es so gut wie immer vor, dass ich 1000 Dinge gleichzeitig erledigen sollte. – Ich war immer wieder von der Menge an Aufgaben überlastet (was im Büro ja verpönt war zu sagen und auch ja keiner zugeben will/darf). Auch wenn ich tolle Kollegen hatte, die Ihre Arbeit eigenständig erledigten, kam es mir doch so vor, dass mit der Anzahl der Mitarbeiter auch meine Aufgaben zu nahmen. Ich dachte mir, das müsste doch umgekehrt sein! Schließlich gibt es nun mehr Menschen denen ich Aufgaben weitergeben kann.

Ein glücklicher Zufall brachte mich damals dazu das Buch “Der Minute Manager und der Klammer-Affe” von Kenneth Blanchard und William Oncken jr. zu lesen. Schlagartig wurde mir bewusst, warum ich immer weniger Zeit für mich hatte und immer mehr Zeit im Büro verbringen musst. Dazu muss ich vorausschicken, was Blanchard als “Affen” bezeichnet: Er meint damit den nächsten Schritt bei einer Aufgabe. – Also beispielsweise, wenn es darum geht ein Event zu organisieren und es ist nun ein Werbefachmann anzurufen, dann wäre dieser Anruf der Affe! Und als Klammer-Affe wurde dies insofern ins Deutsche übersetzt, da sich diese Affen mit Vorliebe an Personen (in diesem Fall mir) festklammern. Dabei springen Sie von Mitarbeiter zu Vorgesetzen und umgekehrt bis einer (auch oft ohne es zu bemerken) mit dem Affen von dannen zieht. Blanchard/Oncken fassten dies so zusammen: “Jeder Affe hält zwei Menschen in Atem: Einen der ihn bearbeitet und Einen, der auf ihn aufpasst.” – Na? Kommt euch das bekannt vor?

Monkeymanagement by Dyanna on flickr 

Bei mir hatte dies folgende Auswirkungen: Mein Büro war ein Affenstall – und viele dieser Affen gehörten eigentlich nicht mir! So begann ich Stück für Stück diese Affen wieder ihren Besitzern zurückzugeben. Oft mit den Worten: “Wenn du noch etwas wissen willst, komm auf mich zu.” Hier gebe es freilich noch viel dazu zu sagen (kleine und große Affen, Risiko abdecken, Affen nachuntersuchen usw.) – da das Büchlein nur 100 Seiten hat, lest es bei Zeiten einfach selbst.

Eine meiner wertvollen Erkenntnisse war jedoch: Monkeymanagement funktioniert auch außerhalb des Büros! Beispielsweise in einer Partnerschaft: Es ist wichtig zu wissen, wer für den Affen verantwortlich ist und wer ihn gerade bearbeitet. Mit einem kräftigen Schuss Humor macht das sogar Spaß. Im Büro wurden E-Mails, die nach Erledigung verlangten, manchmal mit Bildern von Affen versehen um klar zu machen, dass sich die Zuständigkeit geändert hat. Ich hatte zum Schluss bereits eine kleine Bild-Bibliothek mit Affen aller Zustände (klein, groß, hungrig, böse, freundlich usw.). – Und was soll ich sagen: Die Arbeit machte wieder Spaß. :-)

Harald Karrer
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19.07.2010

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