Stress Pur.

Gastbeitrag von Tom

“Stressssss… allein das Wort mit seinen vielen zischenden Lauten erzeugt ja schon selbigen. Wie ein scharfes Skalpell (s!) legt er Nerven blank, bringt die Magenschleimhaut zum Bluten, punktiert Blutgefäße im Gehirn und ist sicher auch für schlechtes Wetter und steigende Schokoladenpreise verantwortlich.

Warum aber hat man überhaupt Stress? Ich persönlich glaube ja, Stress ist ein Virus, denn er ist definitiv hochgradig ansteckend, wird meist durch persönlichen Kontakt übertragen, führt zu fiebrigem Verhalten, schwächt den Körper und grundlegend ist sowieso immer ein Virus schuld, wenn etwas schief geht – zumindest in der IT.

THE BIG BANG THEORY

Und was tut man gegen Stress, wenn man ihn sich nun einmal eingefangen hat? Kann man ihm mit einem Breitbandantibiotikum beikommen? Mit einer Impfung? Um das Immunsystem zu stärken wird ja oft Sport empfohlen und auch wenn Amoklaufen nicht zu den anerkannten Disziplinen zählt, so geht doch nichts darüber, seinen Frust an einem Sandsack auszulassen. Hier tendiere ich allerdings dazu, dies mittels Ego-Shooter auf einer Spielekonsole zu bewältigen. Aber selbst wenn dadurch mein Aggressionspotential von „soziopathisch“ wieder auf „allgemein durchgedreht“ sinkt, ist es bestenfalls das Äquivalent eines Aspirins und hat demzufolge auch nicht den erhofften Langzeiteffekt. Wie also kann man den Teufelskreis der Infektion durchbrechen?

Meine persönliche Lösung ist hier recht simpel: Krank werden. Es geht doch nichts über eine stressbedingte tagelange Migräne, um die Welt wieder ins richtige Lot zu rücken. Da weiß ich dann nicht nur, dass ich was falsch gemacht habe, nein, ich bin auch so richtig motiviert etwas zu ändern (zumindest nachdem das Percussion-Orchester seine Tour in meinem Kopf beendet hat). Und was ändere ich? Ich betreibe Sport (eine Wii-Konsole kann auch das), meditiere am Abend („Meditation am Abend, erquickend und labend“) und versuche vor allem die Routine zu durchbrechen und wieder spontan Dinge zu tun, die mir eigentlich Spaß machen. Treffen mit Freunden (und dabei nicht über die Arbeit reden!), Kinobesuch, ein anderer Weg von der Arbeit nach Hause (nur so zur Abwechslung), Spazierengehen wenn die Ideen ausgehen oder auch ein Kurzurlaub, bei dem man das Handy zu Hause lässt. Leider vergesse ich die Lektion dann im Lauf der Zeit wieder und das Spiel beginnt von Neuem. Zumindest solange, bis ich irgendwann genügend Karma angesammelt und mein persönliches Nirwana erreicht habe. Dann führe ich ein glückliches und erfülltes Leben MIT dem Stress.”

Zur Person

Unfreiwilliger Kindergärtner (=Chef eines Haufens grenzgenialer Spezialisten), unfreiwilliger Feuerwehrmann (=Projektleiter, wenn es wieder mal kracht), Übersetzer für Aliens (=Technical Sales) und verschrobener Nerd (=Experte spezialisierte IT-Themen). Das Ganze auch noch international inklusive Verantwortung für die ausreichende Beschäftigung meiner Meute und schon glüht man zeitweise heller als eine Supernova.

Harald Karrer
      1 Kommentar      
27.12.2010

One comment on “Stress Pur.

  1. Harald Karrer on said:

    Lieber Tom, Danke für deinen exquisiten Beitrag. Man spürt richtig die Elektrizität in der Luft. ;-) Freue mich auf weitere Erfahrungsberichte von dir.

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