Gefühlt.

Emotionen – den größten Teil meines (Arbeits-)Alltages beschäftige ich mich mit diesem Thema. Und auch wenn man nicht gerade Persönlichkeitscoach, Mentaltrainer, Lebensberater oder Psychotherapeut ist, wird es kaum einen Menschen geben, den dieses Thema unwesentlich beschäftigt. Berufsbedingt ist es natürlich bei mir so, dass ich mich mit Emotionen bzw. Gefühlen vor allem bewusst auseinandersetze(n) (darf). Und bewusst ist mir dabei bereits vieles untergekommen – vor allem in Organisationen! Hier ein paar meiner Beobachtungen:

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Kommunikation: Auch wenn versucht wird, beispielsweise in einer Diskussion die Fakten von den Emotionen zu trennen, gelingt dies in den wenigsten Fällen. Vor allem in streng hierarchisch angelegten Organisationen spielt das Thema Emotionen oft in Form von Ärger oder Frust eine negative Rolle. Beides wird häufig dem Vorgesetzten gegenüber “hinuntergeschluckt” und dann (unbewusst oder auch in voller Absicht) an die nächste “Ebene” abgegeben. Je nach eigenem Werte-System kann dies schnell zum Burnout oder zumindest destruktivem Verhalten führen.

Innere Einstellung: “Walk the talk!” – eine beruflich beliebte Redewendung wenn es darum geht, dass jemand auch das macht, was er sagt. Menschen mit “Handschlagqualität” sind hier gefragt. Jemand, der zu seinem Wort eben auch steht. Leider ist das aber viel seltener der Fall, als alleine der Wunsch, es wäre so! Oft wird hingegen das gesagt oder auch gehört, was das Gegenüber eben hören bzw. verstehen will. Und nicht seltener kommt es dann vor, dass bei Kritik noch lange darüber lamentiert wird, was denn eigentlich gemeint war und warum dies jetzt doch kein Wortbruch sein soll. Eine Tradition, die von vielen Menschen als (emotional) sehr anstrengend erlebt wird. Das kostet dann viel Energie und letztendlich stehen sich dann häufig zwei (oder mehrere) Kontrahenten gegenüber, welche ursprünglich zusammenarbeiten hätten sollen! Wieder offen zu sein bzw. wirklich zuhören zu können, wäre ein guter (Neu-)Start. Beides ist jedoch nicht so einfach, wenn (negative) Emotionen uns davon abhalten.

Selbstorganisation: Die Arbeit sehen und tun! Welcher Unternehmer wünscht sich das nicht von seinen Angestellten? Welche Führungskraft nicht von ihren Mitarbeitern? Welche Mutter nicht von ihren Kindern? Woran liegt das eigentlich? Unter anderem ist das ganz bestimmt eine Frage der Prioritäten! Unterschiedliche Prioritäten ist einer der Urgründe von menschlichen Konflikten. “Ich habe dir ja gesagt …! – Ja, aber … !” usw. Auch hier spielen Emotionen eine tragende Rolle. Was nämlich jetzt wichtiger ist oder auch nicht, liegt vor allem daran, wie sehr ein Thema emotional “aufgeladen” ist. Wenn beispielsweise etwas unser Wohlbefinden gefährlich bedroht, dann rückt diese eine Sache ganz schnell ganz weit vor, in unserer Liste der Dinge die wichtig sind. Das Prinzip Schmerz-vermeiden bzw. Lust-gewinnen schlägt hier voll durch.

Mit diesen 3 Schlagworten (Kommunikation, Innere Einstellung, Selbstorganisation) ist das Thema selbstverständlich noch bei weitem nicht erschöpft! Aber in der Kürze liegt bekanntlich die Würze um in diesem Fall eigene Beobachtungen anzustellen. Ihr werdet sehen – es lohnt sich, die eigene Aufmerksamkeit auch einmal bewusst auf das Thema Emotionen bzw. Gefühle im Alltag zu lenken. Wie sich unproduktives emotionales Verhalten ändern bzw. entspannen lässt, ist freilich ein anderes Thema. Oft ist es bereits das Bewusst-machen, das Entspannung in die Sache bringt. Oder ihr wendet euch an einen Vertreter meiner Berufsgruppe – die sollten einige Lösungen bzw. Lösungswege in petto haben. ;)

Harald Karrer
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10.12.2012

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